Samstag, 11. März 2017

Auf dem Weg nach Hawaii

Der Weg ist bekanntlich das Ziel. Der Weg Richtung Mauna to Mauna Ultra hat diese Woche angefangen, der Lauf startet nämlich in 2 Monate.




Der Mauna to Mauna Ultra ist ein Etappenlauf über 250 km in 6 Etappen. Wie immer an meinen bisherigen Etappenläufen werde ich die ganze Ausrüstung selber tragen müssen. Das heisst: Verpflegung für 7 Tage (Minimum 2000 Cal pro Tag), Schlafsack, Schlafmatte, Ersatzkleider und sonstige Pflichtausrüstung (Kompass, Trillerpfeife, Sackmesser, Erste-Hilfe-Kit, u.a.m, siehe auch "Mandatory Equipment"). Der Veranstalter bietet uns die Zelte für die Übernachtung sowie Wasser an den Checkpoints und im Zielraum.
Möchtet ihr die Vorfreude mit mir teilen, könnt ihr die Bildergalerie und ein Video hier anschauen.




Ich rechne mit einem Rucksack von ca. 8 Kg, da wir mehrere Klimazonen durchlaufen werden, das heisst eine Regenausrüstung ist ebenfalls Pflicht. Für Wüstenläufe hatte ich durch Abschneiden von allem möglichem Ausrüstungsballast ein Gewicht von knapp 7 Kg erreicht. Dabei ist zu  berücksichtigen, dass der Rucksack jeden Tag ca. 500 gr leichter wird, das entspricht dem Gewicht einer täglichen Essensration. Mehr zur Ernährung in einem späteren Blog.

Der Weg

Der Weg nach Hawaii beginnt mit langen Einheiten samt Rucksack auf dem Rücken. Ich muss mich graduell ans Rucksack-Gewicht herantasten, habe deshalb mit etwa 2 Kg angefangen - dies auch, da ich einen neuen Rucksack gekauft habe. Nachdem ich meine bisherigen Etappenrennen mit Rucksäcken der Marke Raidlight zwischen 20 und 30 L gelaufen bin, probiere ich nun einen WAA-Rucksack (What An Adventure) - speziell für Ultraläufe konzipiert.






Die langen Läufe wechsle ich mit Bergläufen ab, da das Profil einige Steigungen verspricht.




Zum Glück wohne ich in einer Gegend, die genügend Höhenmeter anbietet:




Mein Trainingsplan ist nicht durchstrukturiert, er ist von meinen beruflichen und privaten Verpflichtungen abhängig. Ich versuche, das Training in 4-Wochen-Zyklen zu strukturieren, mit einer Steigerung von Woche 1 zu Woche 3 und Erholung in der 4. Woche. Woche 1 ist vorbei, nächste Woche werde ich das Gewicht und die Steigungen etwas erhöhen. Getreu dem Asics-Motto: "Don't run, fly!" werde ich im Oberengadin schweben. Der Bericht und die Bilder dazu folgen am kommenden Wochenende.

Sonntag, 5. März 2017

Anima Sana in Corpore Sano

Habt ihr es gewusst? ASICS steht für Anima Sana in Corpore Sano, oder auf Deutsch "ein gesunder Geist in einem gesunden Körper". Das war das Leitmotiv des ersten Treffens der Schweizer Asics Frontrunners anlässlich des Reusslaufs in Bremgarten.






Die Asics Frontrunners sind ein Mix aus Profiläufer mit Triathleten, Bergläufer und Strassenläufer. Alle gemeinsam teilen wir die Leidenschaft für den Laufsport.

Der Marathon-Europameister 2010 Viktor Röthlin hat uns seine Begeisterung für den Laufsport vermittelt und die Bedeutung des gesunden Geistes im gesunden Körper vermittelt. Das war ein schönes Wiedertreffen, diesmal im Unterland und nicht an einem seiner Höhentrainlingslager in St. Moritz.  





Die Asics Frontrunners werden regelmässig in die neusten Asics-Technologien. Laufanfänger wie auch Laufbegeisterte können sich an uns wenden - wir werden euch gerne beraten! Bald werden wir je eine eigene Unter-Website haben, wo wir unsere Tipps vermitteln werden.

Zum Abschluss etwas Inspiration samt Hühnerhaut-Feeling, enjoy: https://youtu.be/MPIouAf8NtU 

Samstag, 25. Februar 2017

Asics Frontrunner Switzerland 2017

Zwei Gründe, um den Blog zu reaktivieren: seit dieser Woche wurde ich ins Frontrunnerteam von Asics aufgenommen - Zeit, um meine Erfahrungen mit weiteren Laufenthusiasten zu teilen.










Der zweite Grund ist ein Trainingscamp von Special Olympics vor wenigen Wochen in St. Moritz - Zeit, um wieder ein Projekt für Special Olympics auf die Beine zu stellen.







Die treuen Blogleser wissen, dass ich bereits seit Jahren Asics-Ausrüstung trage und teste. Ab sofort geschieht dies in einem offiziellen Rahmen. Aus 680 Bewerbungen für das Schweizer Team wurden 32 Athletinnen und Athleten ausgewählt, die Asics dieses Jahr an Läufen in der Schweiz und im Ausland vertreten werden: https://de.asics.ch/frontrunner/announcement .





Mit dem Projekt "1 Million Schritte für Special Olympics" bin ich durch 4 Wüsten gelaufen. Der direkte Kontakt mit geistig behinderten Sportlern vor einigen Wochen hat mir einmal mehr die Leidenschaft für die Bewegung von diesen Personen vor die Augen geführt. Ich bin deshalb am Überlegen, wie ich sie weiterhin unterstützen kann. 



Zeit zum Überlegen werde ich bestimmt anlässlich meines nächsten Etappenlaufes, im Mai am Mauna to Mauna Ultra auf Hawaii http://m2multra.com/home-m2m Wieder nach der bewährten Formel mit ca. 250 km in 6 Tagen. Ich freue mich, an diesem neuen Lauf alte und neue Freunde wieder zu treffen.





Da nur noch 75 Tage bis zum Lauf fehlen, habe ich diese Woche mit dem Trainingsaufbau begonnen. In den nächsten Wochen werde ich darüber berichten und das andere oder andere "Geheimnis" im Zusammenhang mit Etappenläufen verraten.



Kurze und lange Einheiten in meinem Paradies im Engadin warten auf mich: ich freue mich, nach dem bisherigen Winter geprägt durch Langlauf und Skifahren, wieder mit einem Rucksack auf den gefrorenen Seen und in den Tälern zu laufen.








Sonntag, 27. Oktober 2013

Eine Million Schritte = 5'000 Franken

Eine Million Schritte in drei Wüsten und auf einer Insel sind meinen Spendern 5'000 Schweizer Franken wert! Herzlichen Dank an Freunde, Bekannte und anonyme Spender, die Special Olympics Switzerland unterstützt haben.

Vor ein paar Wochen habe ich die Spenden dem National Director von Special Olympics Switzerland Bruno Barth offiziell übergeben. http://specialolympics.ch/extremsportler-mit-gutem-herz/ Und dabei zusammen mit ihm Zukunftspläne geschmieden ... Die Zusammenarbeit wird vermutlich weitergehen.



Projekt abgeschlossen
Damit ist mein Projekt "Eine Million Schritte für Special Olympics Switzerland" abgeschlossen. Ich hatte mir vorgenommen, an vier Wüstenrennen von je 250 km teilzunehmen und damit an jedem Rennen 250'000 Schritte den Athleten und den Betreuern von Special Olympics Switzerland zu widmen.

Durch die trockenste Wüste bin ich gelaufen: Atacama in Chile. Obwohl sie nicht mal so trocken wie angekündigt war, wir hatten fast jeden Abend Gewitter ... Auch durch die heisseste Wüste, die ägyptische Sahara bin ich 250'000 Schritte gelaufen; sie war tatsächlich heiss. Die windigste Wüste, Gobi in China war eher die kälteste und nässeste, mit Wind, Regen, Hagel und sogar Schnee. Die vierte Wüste hätte die Antarktis sein sollen, die Kälteste.

 
Auf dem Herzen: das Special-Olympics-Logo auf dem Bidon-Träger
 
Die vierte Wüste
In den letzten Monaten ist aber der Entschluss gereift, nicht nach Südamerika zu fliegen. Ich habe gemerkt, wie aufwändig die ganze (Lauf-)Reiserei ist: organisatorisch, zeitlich und (besonders für die Antarktis) finanziell. Zudem ist der Lauf in der Antarktis sehr wetterabhängig. Man lebt auf einem Expeditionsschiff und bei günstigen Wetterfenstern wird man raus auf den Eis geschickt. Wenn das Wetter wieder kippt, wird das Rennen unterbrochen. Aus Sicherheitsgründen dreht man Runden von wenigen Kilometern, einfach um auf die vorgegebene Distanz zu kommen. Nein, Schnee habe ich genügend im Engadin, und hier kann ich laufen, langlaufen, skifahren, Skitouren machen, usw.

So habe ich als vierten Wüstenlauf den Lauf in Island hervorgenommen und als Wüsten- bzw. Extremlauf aufgewertet. Was heisst denn schon "aufgewertet"? Das war ein schwieriger Lauf, mit extremen Wetterbedingungen und sehr anspruchsvollem Boden. Und dieser Lauf hat meinem Kopf und meinem Körper definitiv zugesetzt.

Fussgymnastik
Seit dem Zieleinlauf an der Blue Lagoon in der Nähe von Reykjavik weigert sich mein rechter Fuss, mich laufen zu lassen. Die Belastungen in Gobi und Island waren zu viel für ihn. Und vermutlich auch jahrelange Beanspruchungen bzw. Fehlstellungen.

Hier hat alles angefangen, mit den Fehltritten in der Gobi-Wüste

So begnüge ich mich seit August mit Wanderungen und gelegentlichen Bike-Ausfahrten sowie viele akribische Stabilisations- und Kräftigungsübungen für die Füsse und die ganze Bewegungskette. Dabei entdecke ich Details in meinem Körper, wovon man normalerweise nicht bewusst ist. Und ich nutze die Zeit auch, um ... Pläne zu schmieden.

Die Schweiz ist doch ein Lauf-Land
So haben Kristina und ich entschieden, nächstes Jahr nicht in die Ferne zu reisen. Wir werden an Ultraläufen in der Schweiz, möglicherweise sogar an solchen vor der Haustür im Bündnerland teilnehmen. Welche werden in der Detailplanung definiert. Und vermutlich mal wieder eine-zwei Wochen Laufferien auf den wunderbaren Schweizer Themen-Wanderwegen: Via Spluga, via Sbrinz, Vier-Quellen-Weg zum Beispiel oder vielleicht die Via Alpina fertig laufen.  

DANKE!
An dieser Stelle bedanke ich mich nochmals bei allen Spendern, die den Athleten von Special Olympics erlauben, sich zu bewegen und Freude am Leben zu haben. Geht mal an ihre Wettkämpfe und bewundert, wie sie sich für ihre Ziele voll einsetzen. Eine Möglichkeit sind die Schweizer Meisterschaften, die National Games, die vom 29. Mai bis zum 1. Juni 2014 in Bern stattfinden. Und ihr werdet wie ich beeindruckt und begeistert sein und hoffentlich Special Olympics (weiterhin) unterstützen. Zum Beispiel als Fan (ab CHF 50.-) oder wieso nicht mit einem (nicht unbedingt verrückten) Charity-Event wie meins?

Danke auch an Selina und meinen Laufkollegen Joel aus Amerika, die mich auf die Idee gebracht haben, Gelder für Special Olympics zu sammeln.



Thank you Joel, you inspired me! (and we had a lot of fun together)

Danke an die Freunde von Montana Sport, die mich mit Asics- und Berghaus-Ausrüstung für jede Situation, von der Hitze bis zum Schnee, vom Wüsten- bis zum bergigen Boden, ausgerüstet haben.
Und danke an all die Freunde aus der ganzen Welt, die ich während den Wüstenrennen kennen und schätzen gelernt habe. Wir haben viel Spass gehabt, viel diskutiert und gelacht: die wunderschöne Erinnerungen von zusammen verbrachten Momenten werden für ewig halten.

kEEP ON RUNNING AND SMILING!
Was für mich gilt, soll für alle gelten: Don't give up, run and smile!

Sonntag, 18. August 2013

Earth, Wind & Fire in Island

Vor Kurzem habe ich ein Konzert von Earth, Wind & Fire auf Muottas Muragl erlebt. Die Naturversion davon habe ich in Island gefunden. Wir hatten uns gefragt, ob wir in Island den Sommer finden würden. Nein: sogar die Einheimischen sagen, dass die der schlechteste August-Anfang seit Jahren war (statistisch gesehen soll das Wetter in den ersten beiden August-Wochen am Stabilsten sein ...). Wir waren auf schwierigen Wetterbedingungen eingestellt, aber diese waren noch härter als erwartet. Während der ganzen Laufwoche hatten wir nur einen Sonnentag, sonst ständig Wind mit orkanartigen Böen, Regen und tiefe Temperaturen.

Reykjavik, 2 Tage vor dem Start: das Wetter war noch schön (aber bereits frisch und windig ...)
Der Lauf hat an den Kräften sämtlicher Teilnehmer gezehrt. Von 270 Gestarteten mussten 42 aufgeben, eine im Vergleich mit ähnlichen Rennen sehr hohe Zahl. Die Gründe: Stürze mit Gesichtsverletzungen, Misstritte, Knie- und Rückenprobleme, Erkältungen. 

Für mich ist dies der härteste meiner Racing the planet-Läufe gewesen, obwohl ich zwei Monate nach dem Gobi-Lauf nicht alles geben wollte - und auch nicht alles gegeben habe, da ich eine ungenügende Erholung nach Gobi vermutete. Der Lauf hat mich so ermüdet, dass ich eine Woche gebraucht habe, um meine Gedanken zu strukturieren und sie der Tastatur anzuvertrauen. Ich schleppe eine starke Erkältung mit und habe immer noch geschwollene Fussgelenke. Gründe dafür sind das garstige Wetter und der sehr schwierige Untergrund.

Kristina im Gegenwind auf Geröllfeldern


Da Island eine Vulkaninsel ist, läuft man ständig auf relativ "jungem" und unebenem Boden: seien es Lavafelder, Lavafelsen, Lavastaub-Strassen, Geröllhalden, Sandstrände, Moosfelder. Ich habe meine Misstritte nicht gezählt, es waren bestimmt mehrere Dutzend davon. Ich kann mich nur erinnern, dass ich auf den 10 km des letzten Lauftages dreimal umgeknickt bin. Aber, oh Wunder, während der ganzen Woche bin ich kein einziges Mal aus Unachtsamkeit gestürzt. Nur während der langen Etappe, als wir auf rutschigen Lavafelsen in Meeresnähe laufen mussten, haben mich Windböen zweimal ausrutschen und stürzen lassen. Das war dann Grund für eine heftige Auseinandersetzung mit den Organisatoren. Ich war und bin immer noch der Meinung, dass sie uns auf diesem Streckenteil unnötigen Gefahren ausgesetzt haben.

Lava und Moos

Der Wind war unser ständiger Begleiter: öfters in Orkanstärke, mal als Seiten-, mal als Gegen-, mal als Rückenwind. Der Engadiner Malojawind oder Wind in der Gobi-Wüste, die als windigste Wüste der Welt gelten soll, sind nichts im Vergleich mit dem Island-Wind. Seitenwind kombiniert mit Regen durchschleust Feuchtigkeit zwischen Rucksack und Regenjacke, zudem lässt er manchmal die Füsse gegeneinander schlagen und bring einen fast zum Stolpern. Nach einer Kurve empfahl es sich jeweils, die vorderen Läufer anzuschauen: war ihr Oberkörper in einem 30-Grad-Winkel gegen rechts gebeugt, hiess es, dass starker Wind von rechts kam. Waren sie plötzlich ganz klein und nach vorne gebückt: da war Gegenwind angesagt. Und wenn sie plötzlich ganz schnell waren, dann war der Rückenwind im Spiel. Eine weitere Schwierigkeit in Kombination mit dem Wind war der schwere Rucksack. Kam der Wind von der Seite, baten wir eine grössere Fläche als sonst und wurden aus dem Gleichgewicht gebraucht. Kam der Wind von hinten, hatten wir eine grössere Belastung auf Knien und Füssen durch die  erhöhte Laufgeschwindigkeit.

Der Wind liess uns keine Ruhe, auch im Camp und besonders in der Nacht hat er stark geblasen. Dies hat uns erlaubt, in den regenfreien Stunden unsere Laufkleider schnell trocknen zu lassen. Dies aber nur ausserhalb des Zeltes: im Zelt war es immer so feucht, dass die Kleider am nächsten Morgen noch nässer waren. Überhaupt: geschlafen haben wir mit drei-vier Schichten Kleidern im (für die Outdoor-freaks unter meinen Lesern) +5-Grad-Schlafsack und zusätzlichem Seideninlet. Am Abend nach der langen Etappe waren dann die Zelte so nass, dass die Veranstalter uns in eine Turnhalle einquartiert haben.
 
Kleider im Gegenwind sogar im Zelt (merke den Winkel ...)

Kleider am Trocknen in der Turnhalle

Nichtsdestotrotz war es eine gelungene Woche. In erster Linie, da Kristina und ich die ganze Zeit zusammen gelaufen sind. Im Vorfeld des Laufes war dies für uns ein Fragezeichen: würden wir wie auf unseren Jogging-Ausflügen zusammen laufen können? Oder würde der Wettkampf Spannungen mit sich bringen? Nichts davon. Wir konnten uns - öfters mit nur einem Blick wegen des Windlärms - bestens verstehen und das Tempo dem Untergrund und den Wetterbedingungen anpassen. Auf der langen Etappe sind wir sogar auf Grund einer Beinverletzung von Kristina 11 Stunden durch Wind und Regen zusammen marschiert. Und diesmal konnte Kristina - anlässlich ihrer ersten Teilnahme an einem Mehrtageslauf! - mich ablösen und ihre Alterskategorie gewinnen.

Nicht nur am einzigen Sonnentag macht zusammen laufen Spass

Ein paar Highlights:

Die Landschaft in Island ist einmalig: Gletscher und Gletscherseen in unmittelbarer Nähe, Geysirs, Wasserfälle, Lavafelder, Vulkane. Ein kleiner Gletschersee hat uns mit seinen durch den Wind verursachten hohen Wellen imponiert. 

Die angekündigten Flussdurchquerungen wurden uns wegen den kalten Wassertemperaturen gespart. Nur an einem Tag mussten wir durch ein paar Bäche 500 meter vor dem Ziel durchwaten. Unsere Befürchtungen wegen den nassen Schuhen und Socken haben sich als ziemlich unbegründet erwiesen: am nächsten Morgen regnete es in Strömen, so wären die Füsse eh nass geworden ...
Zum ersten Mal bin ich auf Moosfeldern gelaufen: es fühlte sich wie eine Matratze unter den Füssen. 

Überhaupt: Wind und Wetter ausgesetzt sein hatte sogar etwas Heldenhaftes. 

Ein weiteres Highlight waren die in Geysirwasser gekochten Eier, die uns ein Rettungsteam unterwegs geschenkt hat. 

Sehr zweckmässig hat sich die gewählte Laufausrüstung erwiesen. Unterschicht und Schuhe: Asics, Aussenschicht gegen Wind und Regen: Berghaus. Die Produkte wurden mir von Montana Sport zuerst als Test-, dann als Wettkampfausrüstung zur Verfügung gestellt. Danke Stefan, Giuseppe, Boris, Rocco und Christian für die Beratungen. 

Auch in Ernährungsfragen bin ich mittlerweile Fachmann: wir hatten die für uns richtige Kalorienmenge dabei: 15'500 kcal, vorgeschrieben waren mindestens 14'000. Und der Rucksack mit seinen 9.5 Kg hatte alles drin, was ich gebraucht habe.

Wasserfall

Vor einem Gletschersee

Sandsturm in Sicht

Vulkansand

Typischer Laufboden

Kampf gegen Mosquitos (nur während 10 Minuten)

Anhalten und baden oder weiter laufen?

Lokale Schönheiten

Durch- oder rundumlaufen?

Im Zielgelände

Blue lagoon: endlich warmes Wasser
Die Frage nach dem nächsten Abenteuer? Lasst mich (uns) etwas Zeit: die Kommerzialisierung solcher Läufe mit unterdessen zu vielen Teilnehmern hat uns zu denken gegeben. Wir werden in nächster Zeit vor allem unsere geliebte Engadiner Wanderwege ablaufen, immer mit einem Lächeln auf dem Gesicht.


Sonntag, 28. Juli 2013

Sommer in Island?

Heute in einer Woche bin ich weit weg vom sommerfrischen Engadin. Wir werden unsere erste Nacht im Camp verbringen. Die Veranstalter sind bereits vor Ort, um die Strecke vorzubereiten. Sie haben trockenes Wetter und sommerliche Temperaturen gemeldet ... 13 Grad! Ob der isländische "Sommer" seine Fortsetzung finden wird?

Ich werde mit etwas Wehmut das Engadin verlassen: es herrschen ideale Sportbedingungen bei Sonnenschein, 22-24 Grad und auffrischendem Maloja-Wind. Na ja, die folgenden zwei Wochen sind in Island (statistisch gesehen) die wettermässig stabilsten, so haben wir gar keine Auswahl!


Weltklasseathleten im Engadin

Zur Zeit befinden sich im Engadin viele Weltklasseathleten: die Mittel- und Langstreckenläufer bereiten sich auf die Weltmeisterschaften von Moskau. Es wimmelt aber auch von Velofahrer- und Mountainbike-Mannschaften auf Strassen und Trails.

So konnte ich zum Beispiel die Geschwister Marie und Laura Polli wieder treffen, wir hatten bereits einen gemeinsamen Auftritt am Tessiner Fernsehen vor einem Jahr. Sie haben drei Wochen auf dem Bernina Pass verbracht, um sich auf die 20 Km Gehen vorzubereiten. Auch der Schweizer Marathonläufer Viktor Röthlin ist in die Höhe gekommen: er bereitet sich auf den Jungfrau Marathon vor.

Zwilling-Look mit Viktor Röthlin
Jeden Sommer kommen ebenfalls Nachwuchs-Athleten ins Engadin, so zum Beispiel eine Selektion von Swiss Athletics. An einem Abend konnte ich diesen etwa 30 jungen Sportlern und Sportlerinnen mein Projekt "1 Million Schritte für Special Olympics Swiitzerland" vorstellen. Sie waren sowohl von den Leistungen der Special Olympics-Athleten wie auch von meinen Wüstenerlebnissen sehr beeindruckt und haben trotz dem harten Trainingstag viele interessierte Fragen gestellt. Ich habe sie dazu ermuntert, an den Special Olympics-Anlässen oder in einer Trainingsgruppe mitzuhelfen.


Röthlin "kräftigt" junge Schweizer Leichtathletinnen
Die Taktik?

Die Taktik für den Island-Lauf lautet wie gewohnt: RUN AND SMILE (and take pictures). Nur diesmal werde ich nicht alleine sondern mit Kristina lächeln. Es handelt sich um ihren ersten Mehrtageslauf und um unseren ersten gemeinsamen Wettkampf (abgesehen von den Pacemaker-Diensten am Luzern-Marathon). So wissen wir nicht, wie der Lauf ausgehen wird.  Da wir aber im Training im gleichen Tempo laufen, freue ich mich auf eine erlebnisreiche Woche. Ich werde wieder alte Bekannte treffen und neue Freundschaften schliessen. Und trotz Regen, Schnee, Wind, Wolken, Flussüberquerungen, Lavagestein, feuchte Böden usw. (oder vielleicht gerade deswegen): wir werden sicher wieder eine wunderbare Woche unter Gleichgesinnten mit atemberauschenden Landschaften verbringen.

Startnummer 206

Die Startliste ist gerade eingetroffen, ich werde die Startnummer 206 tragen. Da ich diesmal keinen Blog schreiben werden, schaut ab Sonntag, 4. August für Bilder unter diesem Link: http://www.4deserts.com/beyond/iceland/photos-47-100 Danke meinen Ausrüstern Asics und Berghaus werde ich bei Regen und Schnee eine blau-gelbe Berghaus-Jacke tragen; bei schönem Wetter ein grünes Asics-Shirt und bei jedem Wetter schwarz-grüne Asics-Tights.


Sonntag, 21. Juli 2013

Island ruft: -14 Tage

Plötzlich meldet sich das nächste Abenteuer: seit Jahren möchte ich Island besichtigen. In 2 Wochen werde ich 250 km des Landes zu Fuss entdecken.


Es handelt sich um eine einmalige Gelegenheit: der Veranstalter "Racing the planet" organisiert sein diesjähriges "Roving Race" in Island. Kristina und ich sind unter den 300 Athleten, die für die Teilnahme berücksichtigt wurden; angemeldet hatten sich doppelt so viele.

Die Formel dürfte meinen treuen Lesern und Leserinnen bekannt sein: 250 km zu Fuss in 6 Tagen in sogenannter Selbstversorgung. Dies heisst: alles ausser Wasser und Zelt wird selber getragen. Am Gobi March habe ich es geschafft, das Rucksack-Gewicht auf 6.9 Kg runter zu bringen. In Island wird wieder viel mehr Gewicht auf meinen Schultern lasten, sogar so viel Gewicht wie noch nie. Dadurch, dass selbst im August vier Jahreszeiten am gleichen Tag sich abwechseln können, hat der Veranstalter mehr obligatorisches Material als für Wüstenrennen vorgeschrieben: in erster Linie Zusatzkleider für Kälte und Regen. So werde ich am ersten Lauftag kaum die 8-Kg-Grenze unterschreiten können. Dies, obwohl Berghaus und Asics mich mit superleichtem Material ausgerüstet haben. 

8 kg auf dem Buckel sehen ziemlich bullig aus ...

Von der Seite gesehen, ist es doch nicht so schlimm
Da ich bisher mit einem Ruck- und einem Vorderpack gelaufen bin, muss ich nun mein Körperschwerpunkt etwas versetzen, was nicht ganz einfach ist, besonders wenn ich bergrunter laufe. Dafür sehe ich jetzt besser meine Füsse: ich erhoffe mir dabei, dass ich diesmal nicht stolpern und stürzen werde ;-) Auf jeden Fall kann ich nun mit meinen ehemaligen Mitläufern mitfühlen, die an den bisherigen Wüstenrennen 8 und mehr Kilos getragen haben.

Um 70 Gramm an Gewicht zu sparen, habe ich diesmal entschieden, die obligatorischen Veranstalter- und Landes-Patches auf die Kleidung drucken zu lassen und nicht darauf zu nähen. Nach dem Motto: selbst Kleinmist zählt. Und dafür sieht die Kleidung noch edler aus.


So wie in Gobi dürfte ich Boden- und Wetterverhältnisse antreffen, die mir aus der Alpenlandschaft bekannt sind. Die einzige grosse Unbekannte ist der Regen bzw. das Trocknen von Kleidern und Rucksack für den nächsten Tag. Unsere Unterkunft ist weder eine schöne, warme und trockene Wohnung noch ein Hotelzimmer, sondern ein Militärzelt für 10 Personen. Immerhin haben mir die Organisatoren versichert, dass die Zelte wasserfest sind. Ich denke, das isländische Militär ist auf diesem Gebiet genug erfahren, besser auf jeden Fall als das chinesische (Gobi-Lauf und überschwemmte Zelte lassen grüssen).

Da Flussüberquerungen angekündigt sind, werden wir wohl oder übel das Thema Feuchtigkeit managen müssen. Um meine Füsse daran zu gewöhnen und die Schuhe zu testen, habe ich das Engadiner Schmelzwasser ausgiebig getestet.


Gore-Tex-Schuhe oder nicht Gore-Tex?
Engadiner Gletscherwasser

Überhaupt konnte ich am Morgen früh, in den Mittagspausen oder am Wochenende wieder einige Kilometer sammeln und mich mit wunderbarer Alpenkulisse, Fauna und Flora hier oben im Engadin austoben. 



Da doppelt so viel Teilnehmer als gewohnt angemeldet sind, befürchte ich Warteschlangen vor dem Cybertent, wo ich bisher meine Blogs geschrieben hatte. Ich habe deshalb entschieden, keinen Blog während der Veranstaltung zu schreiben; meine Eindrücke werde ich an dieser Stelle nach meiner Rückkehr Mitte August zusammenfassen. Diesmal werde ich noch mehr Bilder mitnehmen können: dadurch, dass auch Kristina mitlaufen wird, habt ihr zwei Photoreporter zur Verfügung!

Trainingstart mit Kristina auf Marguns
Zur Renntaktik: Kristina wird ihre Erfahrungen an einem Mehrtagesrennen sammeln. Auch diesmal wird deshalb nicht auf Gesamtklassement gelaufen, sondern auf Genuss und Entdeckung von neuen Landschaften. Wie ist schon das Motto? RUN AND SMILE!

Wer uns moralisch unterstüzen möchte, kann eine email unter folgendem Link http://www.4deserts.com/beyond/iceland/email absetzen. Wenn die Warteschlangen nicht zu lang sind, werden wir sie konsultieren, sondern lesen wir sie halt nach unserer Rückkehr. Wir werden jedoch wie immer spüren, dass ihr dabei seid! 
Ihr könnt zudem die Breaking News http://www.4deserts.com/beyond/iceland/breaking_news abonnieren oder die täglichen Aufdatierungen hier http://www.4deserts.com/beyond/iceland/Stage_updates konsultieren.