Sonntag, 23. September 2012

Eine Million Schritte für Special Olympics Schweiz

Ich habe entschieden, die Million Schritte, die ich in der höchst gelegenen (Atacama), der heissesten (Sahara), der windigsten (Gobi) und der kältesten (Antarktis) Wüste laufen werde, einer Behindertenorganisation zu widmen: www.specialolympics.ch.

 

Zu diesem Zweck habe ich ein Spendenkonto eingerichtet: Konto-Nr. 60-253420-6, Rivola Special Olympics, Zürich. Pro Schritt kann man einen Franken spenden.

Nachdem ich an Sportanlässen gesehen habe, wie geistig Behinderte sich für ihren Einsatz begeistern können, habe ich mich für die Stiftung Special Olympics Switzerland (SOSWI) entschieden. Jeder meiner Schritte ist ein Beitrag für die vielen Schritte, die diese Menschen vor sich haben, um ihre (unter anderem sportliche) Ziele zu erreichen. Dank dem Sport können sie ihrSelbstwertgefühl, ihre körperliche Fitness, ihre Selbstständigkeit und den Mut, Neues zu wagen, stärken.

Special Olympics Switzerland hat letztes Jahr 44 Wettkämpfe in 12 Sportarten organisiert; sie wurden von 3‘700 Athleten und Athletinnen mit einer geistigen Behinderung besucht. Bei SOSWI sind 7‘000 Athleten und Athletinnen sowie 1200 freiwillige Coaches und Betreuer registriert. Die Stiftung ist Mitglied von Special Olympics International, dem grössten internationalen Sportprogramm für Menschen mit einer geistigen Behinderung. Special Olympics  ist in über 170 Ländern vertreten. Mehr als 244‘000 Coaches und 805‘000 Freiwillige sorgen dafür, dass die knapp 4 Millionen Athleten und Athletinnen sich in über 30 Sportarten entwickeln und sich zu gemeinsamen Wettkämpfen treffen können.
 
 
Auf Facebook berichte ich über den jeweiligen Spendenstand www.facebook.com/1MillionSchritte
 
 

Sonntag, 26. August 2012

100 gr weniger = 25 Tonnen weniger

Die Vorbereitungen für den www.sahararace.com laufen auf Hochtouren: diesen Monat habe ich die Anzahl Trainingseinheiten erhöht. Auch der Rucksack ist nun voller, unter anderem mit einer Reis- und einer Polentapackung. Diese werden nicht etwa auf einer Juraweide gekocht, sondern dienen als Ballast - eine Art Ersatz für die "richtige" Ernährung, die ich noch vakuumieren werde.


Anfangs hatte ich einige Schwierigkeiten, wieder mit 7-8 Kg, verteilt zwischen Rucksack und Vorderpack, zu laufen. Mit Ausnahme einer typischen Roberto's Rolle inkl. Landung auf der linken Hüfte habe ich nun das Gleichgewicht wieder gefunden. Und dank dem Kräftigungsprogramm meines Physiotherapeuten Steff reklamieren auch Rücken, Nacken und Hals kaum mehr.

Back to back

Die Laufeinheiten werden länger und "back to back", das heisst an aufeinanderfolgenden Tagen. Einmal waren wir wieder auf der Via Alpina zwischen Kandersteg - Adelboden - Lenk und Gstaad bei saharaverdächtigen Temperaturen.



Dieses Wochenende sind wir die Strecke von www.thewayve.ch abgelaufen - mit dem Resultat, dass wir uns prompt für den Lauf angemeldet haben: 111 km rund um den Zürisee, die wir uns als Stafette aufteilen werden. Er liegt ideal 5 Wochen vor dem Sahara Race und dient als Standortbestimmung bzw. letzte lange Trainingseinheit.

Mentaltraining

Dank den Ratschlägen von Mentaltrainerin Karin habe ich angefangen, Strategien zu entwickeln, um die Hitze zu ertragen. Das Training dazu ist mir um so einfacher gelungen, weil die Temperaturen in den letzten Wochen täglich über 30 Grad gestiegen sind. Das durften wir sogar auf 1500 m Höhe feststellen. Ich glaube, ich bin zurzeit der Einzige in der Gegend, der um die Hitze froh ist.

Ausrüstung

An der Ausrüstung werde ich kaum etwas ändern - dank meiner Näherin Kristina passen nun die Riemen meines neuen Rucksackes meinem Körperbau. Die Bekleidung hat sich in der Atacamawüste bewährt, ich werde wieder auf Asics setzen - so wie für meine Asics-Schuhe, die sich wie Pantoffeln anfühlen. Da in der Wüste die Füsse aufgrund der mehrtägigen Belastung und der Hitze anschwellen werden, sind sie eine Nummer grösser als üblich. Um sie einzulaufen, trage ich nun halt zwei paar Socken übereinander. Ein paar trägt sogar die Unterschrift von Viktor Röthlin!


Ernährung

Die Ernährung möchte ich noch optimieren, insbesondere das Verhältnis Energie - Gewicht. Wenn ich die 900 gr Ernährung, die ich pro Tag in der Atacama-Wüste "verzehrt" habe nur um 100 gr pro Tag senke, werde ich meine Füsse um 25 Tonnen entlasten. Idealerweise möchte ich nicht mehr als 7 Kg im Rucksack haben. Eine schnelle Rechnung: 250 km mit einem Rucksack von 8 kg entsprechen einem Gesamtgewicht von 2'000 Tonnen, mit 7 kg sind es schon "nur" noch 1'750 Tonnen ... Ich werde deshalb noch genauer berechnen, wieviele Kalorien ich pro Tag brauche (vorgeschrieben sind mindestens 2'000) und die Nahrungsmittel auswählen, die mir soviel Kalorien wie möglich bei möglichst kleinem Gewicht liefern. Halt ein bisschen Deskresearch aber auch "Degustation", um die Magenreaktionen zu testen. Dies ist einmal mehr der Beweis, dass so ein Lauf eine Wissenschaft für sich ist :-) Der Weg ist das Ziel nicht nur für die Füsse sondern auch für den Kopf (und den Magen ...)

Sonntag, 29. Juli 2012

Noch ein wenig Sommer und ein wenig Herbst ...

… stehen mir zur Verfügung, um mich auf den Sahara Race vorzubereiten. Plötzlich fehlen nämlich nur noch 90 Tage bis zum 28. Oktober: Wie schnell die Zeit vergeht!


Im Juli habe ich eine gute Grundlage mit zwei Wochen Höhentraining im Engadin gelegt: ich habe über 300 km und 14‘000 Höhenmeter in einer entspannenden Landschaft unter die Füsse genommen. Ich konnte auch viele motivierende Bilder im Kopf speichern, die ich in der Hitze der Wüste aktivieren werde.













An einem Tag waren wir mit der Atacama- und Gobi-Gewinnerin Anne-Marie unterwegs. Es hat Spass gemacht!




Mit Kristina haben wir entschieden, an den geplanten Bergläufen in Juli und August nicht teilzunehmen: wir brauchen zurzeit kein Gedränge und keine hetzenden Mitläufern um uns. An den Wochenenden werden wir weiterhin die schönen Schweizer Wanderwegen in unserem Lauftempo geniessen.
 
In den nächsten zwei Monaten werde ich das Training intensivieren, insbesondere sukzessiv das Gewicht des Rucksacks steigern. Die 300 Meter Höhenunterschied zwischen Wohn- und Arbeitsort werden mir Bike- und Laufeinheiten zur und von der Arbeit ermöglichen; somit kann ich das Training sinnvoll in meinen Tagesablauf integrieren.

Die Materialauswahl gelingt mir diesmal einfacher: was sich in der Atacama bewährt hat, steht bereits auf der Liste. Der etwas lädierte Rucksack und die kaputten Gamaschen muss ich auswechseln: das neue Material ist diese Woche aus Frankreich eingetroffen.

Am Gewicht der Ernährung will ich noch etwas schrauben; diesmal will ich die 8 kg-Grenze unterschreiten. 100 gr weniger Gewicht bedeuten auf der gesamten Distanz 25 Tonnen, die nicht getragen werden müssen.

Die Schuhwahl gestaltet sich etwas schwer: der 340 gr „schwere“ aber solide Asics Gel Trail Sensor oder der 308 gr „leichte“ Asics Gel Fuji Attack einlaufen? Das wird bestimmt Thema am kommenden Training Camp in St. Moritz sein. Dort treffe ich die Atacama- und Gobi-Gewinnerin Anne-Marie sowie die weiteren Atacama-Zeltmitbewohner Belinda, Joel (aus Amerika), Fred und Alex (beide aus England). Auch hierzu eine kleine Rechnung: 32 gr pro Fuss bedeuten schlussendlich 8 Tonnen weniger, die gelüpft werden müssen – sie werden wohl von einigen Gramm (bzw. schlussendlich Tonnen) Sand ersetzt, die in die Schuhe gelangen werden.

Zurück im Mittelland kann ich nun die heissen Sommertage nutzen, um mich an die Saharatemperaturen einzustimmen. Sobald der Herbst da ist, kann ich dann das Laufen in den frühen kühleren Stunden in der Wüste simulieren. Nur der Sand bzw. der Schnee als Simulationsobjekt fehlen. Ob ich dem Rat von Peter O. folgen soll, Sand in die Schuhe zu stecken?

Sonntag, 1. Juli 2012

Vier Monate bis zum Sahara Race

Die Schmerzen an Knie und Füssen sind vergangen, jetzt kann ich wieder voll aufs Training setzen.

Ein optimales Training waren die fast 100 km mit 2'000 positiven und 3'500 negativen Höhenmetern auf den zwei ersten Etappen von http://www.1333km.ch/, Reto's Lauf von der Rheinquelle bis zur Einmündung des Rheins in die Nordsee.

Biketowork bzw. Biketohome sorgten ihrerseits für eine kurze tägliche Muskel- und Kreislaufbelastung in den schwülen Bieler Wäldern.

Der traditionelle Geburtstags- und Midsummerlauf wurde von den schwierigen Verhältnissen auf der Mountainmanstrecke etwas gebremst: der schmelzende Schnee sowie gesperrte und schwierig zugängliche Wege in der Zentralschweiz haben den Tag abenteuerlicher gestaltet als vorgesehen. Wochenendläufe in Davos und in Zürcher Tobeln liessen uns aber bald wieder besser rollen. 

In diesen Tagen ist auch der Entscheid gefallen, heuer keine unnötig strapazierende Wettkämpfe zu bestreiten. Wir werden uns zwei selbstorganisierte Laufwochen im Sommer und eine im Herbst in den Alpen gönnen. Zudem freuen wir uns auf das von Anne-Marie organisierte "Atacama Crossing 2012 Reunion" im Engadin, wo wir mit weiteren Zelt 4 (und benachbarten) Bewohnern ein Trainingswochenende verbringen werden. Gelegenheit, unsere Eindrücke wieder auszutauschen aber auch Anne-Marie's weiteren Sieg, diesmal in der Gobiwüste, zu feiern; und gemeinsam ihre Trainingsstrecken abzulaufen. 

In diesen Tagen ist eine Hitzewelle eingetroffen, ich durfte literweise schwitzen: optimale Akklimatisationsvoraussetzungen für die Sahara. Jetzt muss ich nur noch nach Sand suchen. Oder wieder im Schnee wie letzten Winter laufen? Ab 2'300 Meter Höhe ist der Schnee dieses Jahr immer noch leicht zu finden.

Für die Laufschuh-Fetischisten: dank Montanasport konnte ich wie angekündigt 5 paar Trailschuhe testen. The winner is: Asics Gel Trail Sensor. Nun muss ich den armen Schuhmacher dazu verknurren, die Gamaschen daran anzunähen ...

Sonntag, 3. Juni 2012

Fünf Monate bis zum Sahara Race

Für die verbleibenden fünf Monate bis zum Sahara Race werde ich an Kräftigungsdetails für Rumpf und Füsse arbeiten. Mein treuer Physiotherapeut Stef hat wieder ein ausgeklügeltes Programm vorbereitet. Er konnte mich auch beruhigen, indem er meine Knieprobleme nach einem Sturz vor drei Wochen etwas relativiert hat. Seine Diagnose wurde am intensiven Trainingswochenende über Pfingsten bestätigt. Die Schmerzen haben trotz der dreitägigen Belastung sogar abgenommen.

Mein Programm für Juni sieht frühmorgendliche Kräftigungsübungen und Mountainbike-Fahrten unter der Woche vor, da ich an biketowork (besser gesagt: biketohome, wo ein grösserer Höhenunterscheid als beim Runterfahren zur Arbeit vorhanden ist) teilnehme. An den Wochenenden werden wir den Alpenpanorama-Weg und den Jura-Höhenweg weiter bzw. fertig laufen. Highlight wird die Begleitung meines Kollegen Reto auf zwei Etappen seines mehrwöchigen Laufs www.1333km.ch von der Rheinquelle am Tomasee bis zur Mündung in Holland sein.

Der Rucksackinhalt wiegt trainingshalber nach wie vor nur 3-4 Kilos, erst während den Sommerferien auf der Via Alpina wird das Gewicht hochgeschraubt. Die Sahara-Laufschuhe stehen noch nicht fest. Dank Boris von Montanasport ich nun einige Asics-Trailschuhe zum Testen: nun habe ich die Qual der Wahl! Ich brauche noch einige Laufeinheiten, um mich zu entscheiden.

In nächster Zeit werde ich zudem an der Ernährung noch etwas rumstudieren; ich möchte daran noch etwas Gewicht sparen.

Im Mai habe ich mit etwas Wehmut das Rennen von Belinda und Toby in Jordanien verfolgt. Im Juni sind weitere Freunde und Freundinnen aus Atacama dran, darunter die Campionessa Anne-Marie, diesmal in der Wüste Gobi.  Ich werde die Daumen drücken sowie Bilder und Blogs bewundern. Und weiterhin von der Sahara träumen ...

Sonntag, 29. April 2012

Zweites Jahresziel

Nachdem ich mein eigentliches Jahresziel mehr als erreicht habe, habe ich mir spontan entschieden, ein weiteres Ziel zu setzen: das Sahara Race in Ägypten Ende Oktober.


Ein kurzer Blick zurück: Ich wollte gesund die 250 km in der Atacama-Wüste laufen und den Lauf geniessen. Das ist mir sehr gut gelungen: ich konnte die Tagesetappen sehr gut einteilen und mich über Nacht gut erholen.

Nach der Rückkehr in die Schweiz waren nicht die Beine sondern der Kopf besonders müde. Eine Laufpause von zwei Wochen hat mich wieder aufs Laufen hungrig gemacht. Und ein neues Ziel ist fast von selber entstanden: im Herbst weitere 250 km laufen, diesmal in der ägyptischen Sahara http://www.sahararace.com/. Dort werde ich einige Freunde und Freundinnen aus aller Welt treffen, die ich in der Atacama kennen gelernt habe: die Campionessa Anne-Marie, Richard, Joel, Juan, ...

Diesen Monat bin ich nur noch nach Lust und Laune gelaufen, so wie die Fohlen, die in diesen Wochen ihre ersten Ausritte hatten. Ab heute beginnt das sechsmonatige Countdown zum nächsten Wüstenabenteuer. In den nächsten Monaten werde ich wieder zusammen mit Kristina die Schweiz kreuz und quer auf wunderbaren Wanderwegen durchlaufen, dazwischen ein paar Tage mit Reto auf seiner Expedition http://www.1333km.ch/ verbringen und den http://www.themountainman.ch/ geniessen. Die nationalen Wanderwege warten auf uns, wir möchten insbesondere Via Alpina und Jura Höhenweg fertig laufen. In den letzten Wochen haben wir den Alpenpanorama und den Jakobsweg bereits angefangen. Jetzt soll nur noch der Schnee schmelzen, damit wir auch die höheren Wege durchlaufen können.